Prolog

Wer in den vergangenen Jahren aufmerksam den öffentlichen Raum durchschritt, dem wird vermutlich aufgefallen sein, das sich seltener die Blicke zweier Augenpaare treffen, weil sich 6 Zoll illuminiertes Glas dazwischen geschoben haben. Laut einiger Studien präferieren die Mehrzahl der Nutzer der digitalen heiligen Dreifaltigkeit, bestehend aus: Handy, Tablet, Desktopcomputer, das Handy (>50 %). Vermutlich liegt es daran, dass sich dieses Gerät so wunderbar in die Hosentasche schmiegt und ein treuer Begleiter bei jedweder Aktivität ist.

Mit diesem kleinen Fenster mit Ausblick in die große weite Welt der Informationen, haben sich auch die Informationen an sich verkleinert, sie sind kompakter geworden. So ist das Ergebnis der wissenschaftlichen Umfragen, nach den eher weniger erbaulichen Resultaten der aktuellen Pisastudie, kaum verwunderlich. Bei der Umfrage unter Deutschen Schülern stellte sich heraus, dass Lesen lediglich als ein formales Werkzeug zum Erlangen einer Information gesehen wird, was bei unserer ergebnisorientierten Gesellschaft wenig verwundert.

Die beschriebene Entwicklung ist mir eine kleine Motivation, für Lesestoff zu sorgen, der über 160 Zeichen und Emojis* hinaus geht.

…und wenn es nur dazu dient mir wieder häufiger die Zeit zum Schreiben zu nehmen.

* klar wird es auch mal kleine bunte Fratzen geben 🙂

P.S. Diese Zeilen sind inspiriert von dem in der FAS erschienenen Artikel Wozu noch lesen?